

Seit 1993 ist Jürgen Althoff, Dipl.-Biologe, Technischer Direktor von Rentokil. Als ausgewiesener Schädlingsexperte wundert er sich oft, wie leichtsinnig Unternehmen mit Befallsrisiken umgehen.
Ich studierte Zoologie mit dem Schwerpunkt Entomologie und schrieb während des Studiums eine Diplomarbeit über ein insektenkundliches Thema. Das Elektronenmikroskop und unsere Probenräume wurden permanent von Schaben heimgesucht, daher übernahm ich deren Bekämpfung. Während des Studiums begann ich umfangreichste Daten- und Insektensammlungen von holzzerstörenden Käfern aufzubauen. Nach dem Studium bewarb ich mich unter anderem bei internationalen Schädlingsbekämpfungsunternehmen und wurde von Rentokil eingestellt.
Ich habe 1980 als Trainer, Troubleshooter, Handbuchautor angefangen und die erste Aufgabe bestand darin ein Hochregallager, in dem sich über 300 Hausratten breitgemacht hatten, befallsfrei zu machen … übrigens zu dem Zeitpunkt wußte der Kunde nicht um die Lebensweise dieser besonderen Rattenart, was der Grund für seine erfolglosen Bekämpfungsversuche war.
Nach meiner siebenjährigenTätigkeit als Divisionmanager wurde die Position des Technischen Direktors 1993 geschaffen, da die Schädlingsbekämpfung in Deutschland und deren Berufsausbildung immer anspruchsvoller und spezialisierter wurde und ein eigenes Ressort verlangte.
Die äußerst vielseitigen Aufgabenstellungen, die ständigen Herausforderungen, Gratwanderungen, Suche nach Problemlösungen mit Kunden, Behörden und Mitarbeitern und "last not least": Die Arbeit in einem erfahrenen Team von kenntnis- und einfallsreichen Kollegen.
Neue Produkte und Methoden zu entwickeln, die Stück für Stück noch besser dem alles überragenden Prinzip folgen: Keine Chance für Schädlinge und dabei keine Gefahr für den Menschen und seine Schutzgüter. Das ergibt sich auch durch die immer strengeren gesetzlichen Beschränkungen. Außerdem wird die Bekämpfung bestimmter Schädlingsarten in einigen Bereichen immer schwieriger.
Dem Nutzer (= Inanspruchnehmer) von Schädlingsbekämpfung die Sicherheit zu vermitteln, dass ihn die heutigen Wirkstoffe - sachgerecht angewendet - nicht gefährden. Die möglichen Auswirkungen der Schädlingsbekämpfung auf die Umwelt werden auch in Zukunft heiß diskutiert werden und wir müssen uns dieser Diskussion stellen. Wir müssen unsere Methoden, Produkte und Schulungsinhalte so gestalten, dass das Risiko für Mensch, Haustier, Vorräte und Material minimal ist. Es sind große Anstrengungen und Fortschritte auf diesem Gebiet erzielt worden, was sich in den medialen Berichterstattungen leider nicht widerspiegelt, hier rangiert häufig der Skandal vor der Wahrheit. Eine große Herausforderung im Spannungsfeld der Gewerbetreibenden, denn die können sich Schädlinge in ihren Betrieben wirklich nicht leisten.
Ja absolut, obwohl ich das anfangs auch nicht gedacht hätte. Doch die Schädlinge, die wir bekämpfen, leben in der Regel nicht in der Natur, sondern in Gebäuden und Anlagen des Menschen. Genausowenig wie Nutztiere zur Umwelt gezählt werden ist es mit den Unnutztieren, den Schädlingen, z.B. im Getreidesilo. Die genaue Kenntnis der Biologie und Lebensweise der Arten, ob Insekt oder Wirbeltier, ist für das wirksame Schädlingsmanagement unabdingbar. Das gilt auch für jene Arten, die wir gar nicht bekämpfen wollen, und ist die Voraussetzung für die Vermeidung von Umweltschäden. Viele Schädlingsbekämpfer interessieren sich auch in ihrer Freizeit für die Natur oder sind sogar Mitglied in Umweltorganisationen.
Rentokil hat die Schädlingsbekämpfung bereits durch viele Innovationen einfacher und noch besser gemacht. Die Erfahrung, die wir auf diese Weise sammeln durften, müssen wir unternehmensweit jedem Einzelnen zugänglich machen, daher summieren sich die Schulungstage der Mitarbeiter von Rentokil Jahr für Jahr auf Tausende Mann-Tage. Trotzdem bleibt unsere größte Aufgabe für morgen und übermorgen unsere Mitarbeiter ständig zu schulen. Unser größtes Kapital sind die Erkenntnisse und Fähigkeiten von Servicetechnikern, Fachberatern und Biologen. Daran arbeiten wir ständig … auch mit Wissenstests.
0800 1718002 (0 ct./ min.)